Der Online-Anzeigenmarkt Kalaydo hat bei 250 Personalentscheidern eine Umfrage durchgeführt und nach den folgenreichsten Fehltritten im Vorstellungsgespräch gefragt. Spontan entlocken einem die Ergebnisse ein leises Gähnen. Welcher Bewerber, denkt man sich, weiß denn heutzutage nicht, welche Verhaltensweisen beim Bewerbungsgespräch gar nicht gehen? Leider viele… – wie die berufliche Praxis immer wieder zeigt. Hier sind die Top 4:
Unpünktlichkeit bzw. Nichterscheinen – 68%
Laut Umfrage macht nichts einen schlechteren Eindruck, als das zu späte Erscheinen zum verabredeten Gesprächstermin. Diesem Punkt kann ich absolut zustimmen. Allerdings bügelt eine wirklich gute Entschuldigung den schlechten Eindruck wieder aus. Wer aber einen Stau oder das Suchen nach der richtigen Hausnummer als Grund anführt, sammelt Minuspunkte. Solche Dinge sollte man einkalkulieren.
Unwissenheit über das Unternehmen – 62%
Schlecht informierte Bewerber sind laut Umfrage der 2.-schlimmste Fall. Kein Wunder, denn in der heutigen Zeit ist es sehr einfach, sich im Internet zu informieren und es kostet auch nicht wahnsinnig viel Zeit (siehe auch Artikel „Social Media als Informationsparadies für Bewerber“). Bleiben nach der Recherche Fragen offen, sollten diese beim Gespräch gestellt werden.
Unpassendes oder ungepflegtes Äußeres – 61%
Welche Kleidung beim Gespräch angemessen ist, hängt natürlich von der Branche ab. Im Handwerk oder der der Gastronomie sind die Anforderungen lockerer als bei einem Interview bei einer Bank.
Unehrlichkeit und Unglaubwürdigkeit – 60%
Mein persönliches No Go. Wäre ich einzige Teilnehmerin der Umfrage gewesen, so wäre dieser Punkt mit großem Abstand an erster Stelle. Bewerber sollten authentisch sein und sich auch mal trauen, eine unangenehme Frage mit der Wahrheit zu beantworten. Lücken im Lebenslauf haben nun einmal nicht immer einen Grund, der Personaler glücklich macht. Aber eine Wahrheit gibt es immer. Wenn sich der Bewerber einfach mal eine Auszeit gegönnt hat oder aber aus bestimmten Gründen selbst gekündigt hat, ohne bereits eine neue Anstellung zu haben, dann frage ich dazu sicherlich nach und möchte es genauer wissen. Liefert der Bewerber aber eine einstudierte, sozial erwünschte Begründung, bringt er sich um die Chance, die Unstimmigkeit wirklich aufzuklären. Das Fragezeichen beim Gesprächspartner wird bleiben.
Weitere Punkte, die in der Umfrage bemängelt werden, sind wortkarge Bewerber, Floskeln, übertriebene Selbstdarstellung, Bewerber ohne Ecken und Kanten sowie Jammerei über die aktuelle berufliche Situation. Außerdem wird eine unrealistische Gehaltsvorstellung als negativ angesehen. Tatsächlich erlebt man als Personaler in dieser Hinsicht so manche verwunderliche Episode. Fest steht: Nicht nur zur Qualifikation sondern auch zu den Stellenanforderungen muss die Vorstellung passen.
Sehr schön fand ich in diesem Zusammenhang kürzlich die Formulierung eines Bewerbers: „In meiner letzten Arbeitsstelle betrug mein Jahresgehalt xy Euro, aber bezüglich der Dotierung orientiere ich mich gerne an der Bedeutung der ausgeschriebenen Position in Verbindung mit der internen Gehaltsstruktur.“